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13.10.1806 Die erste Blindenanstalt wird in Deutschland mit Professor Johann August Zeune als Direktor in Berlin-Mitte in der Gipsstraße eröffnet. König Friedrich Wilhelm III hatte vorher durch eine Cabinetsorder die Gründung einer "Preußisch-Königlichen Blindenanstalt" in Berlin veranlasst. Der Schulbetrieb beginnt zunächst mit nur einem blinden Schüler namens Wilhelm Engel. Die Schülerzahl wächst so schnell, dass die Unterrichtsräume in der Gipsstraße (Privatwohnung von Zeune) nicht mehr ausreichen. Dank großzügiger Spenden des Rittmeisters Friedrich Ernst von Rothenburg wird die Blindenanstalt in den kommenden Jahren erweitert und zieht schließlich in die ehemalige Planmannsche Erziehungsanstalt in der Wilhelm Straße 139 ein. Die Zahl der Schüler war mittlerweile auf 24 angewachsen.
1847-1856 Rektor Hientzsch
1856-1872 Rektor Ulrici
1872-1882 Rektor Roesner. Herr Roesner gibt das erste Lesebuch für Blinde in Linienschrift sowie das erste deutsche Punkt-schriftbuch heraus.
1874 Mit Hilfe der Rothenburgstiftung wird ein 1,75 ha großes Grundstück am Fuße des Fichtenberges erworben und der Anstaltsneubau geplant.
08.05.1877 Einweihung des Hauptgebäudes, zweier Nebengebäude, des Pförtner- und des Seiler Hauses. Gleichzeitig erhielt die Straße, an der die Blindenanstalt liegt, den Namen "Rothenburgstraße".
1883-1897 Rektor Schulrat Karl Wulff. Auf seine Initiative wurde eine Turnhalle und ein Wirtschaftsgebäude errichtet. Eine Vorschule für 5-9 Jährige, eine Hilfsklasse für Lernschwache, Ausbildungsstätten für Klavierstimmer und Bürsten-macher eingerichtet.
1886 Ausbildungskurse für angehende Blindenlehrer eingeführt.
1886 Gründung des "Vereins zur Beförderung der wirtschaftlichen Selbständigkeit der Blinden" (heutiges "Blindenhilfswerk Berlin")
1890 Einrichtung des Blindenmuseums
1890/93 Bau eines Mädchen- und Männerheimes
1898-1920 Rektor Schulrat Matthies
1906 Anlässlich des 100jährigen Bestehens bekommt die Schule ein neues Gebäude für Museum und Bibliothek (heute als Silex Haus bezeichnet).
1912 Allgemeine Schulpflicht für blinde Kinder; das "Gesetz über Beschulung blinder und taubstummer Kinder" tritt in Kraft.
1920-1933 Rektor Oscar Picht. Er entwickelte unter anderem die erste brauchbare Punktschrift-Bogenmaschine und Punktschrift-Stenomaschine.
1933-1939 Rektor Dr. Arthur Peiser
1935 Die Blindenanstalt erbt Haus und Grundstück des späteren Schullandheims in Wannsee von der Familie Metzing.
1939-1945 Rektor Josef Mayntz
25.08.1943
Fast alle Gebäude werden bei einem Bombenangriff beschädigt.
1945-1947 Rektor Dr. Arthur Peiser
1948-1963 Rektor Dr. Jurczek
1949 Die "Silex-Handelsschule" und die Berufsschule für Blinde (Ausbildung zum Korb- und Möbelflechter und zum Pinsel- und Bürstenmacher) und die Ausbildung zum Klavierstimmer werden der Blindenbildungsanstalt angegliedert.
1950 Das Schulpflichtgesetz der DDR tritt in Kraft, das allen DDR-Bürgern unter 18 Jahren den Besuch westlicher Schulen untersagt. Rückgang der Schülerzahl um die Hälfte auf 47. Die siebenklassige Schule mit drei Berufsschulabteilungen wird auf eine dreiklassige Grundschule mit einer Aufbauklasse und zwei Berufsschulabteilungen reduziert.
1955 Abschluss des im Krieg zerstörten Hauptgebäudes in drei Abschnitten: Rechter Flügel 1951, Mittelabschnitt mit Aula 1954, linker Flügel 1955.
1956 Der 22. Blindenlehrerkongress des Blindenlehrervereins findet in den Räumen der wiederaufgebauten Schule statt.
1963-1965 Rektor Richard Hamann.
1975 Die Blindenanstalt erhält den Namen "Johann-August-Zeune-Schule".
1978 Einrichtung einer Fachlehrerstelle für Orientierungs- und Mobilitätstraining
1965-1980 Rektor Günter Glorius
1979 Einrichtung der Vorschule für Schüler ab dem dritten Lebensjahr.
1979 Die Schule für geistigbehinderte Blinde wird eingerichtet und wächst in den nächsten Jahren bis zu 11 Klassen mit über 60 mehrfachbehinderten Schülern heran.
1980 Aufgabe des Internates wegen erfolgreicher Integration und mangelnder Nachfrage und Einrichtung von betreutem Wohnen für Blinde in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk Berlin. Umwidmung der Internatsräume in Fach- und Unterrichtsräume.
1980-1985 Rektor Hans-Joachim Lenkeit
1983 Gründung der blindentechnischen Grundausbildung für Masseure, medizinische Bademeister und Physiotherapeuten (Grundausbildung Gesundheit GAGES), GAMA, heute GAGES). Erweiterung der Blindentechnischen Grundausbildung Wirtschaft und Verwaltung (GAWV).
1984 Die Integration blinder Schüler in die wohnortnahe Regelschule fordert ein neues Ambulanzlehrersystem mit zunächst einer halben Lehrerstelle.
1985-1994 Rektor Wolfgang W. Mohr
1987 Gründung der blindentechnischen Grundausbildung Handwerk und Industrie (GAHI)
1991 Bau der neuen Turnhalle und Umbau der Aula
1994-2001 Rektor Uwe Benke
1995 Aufgabe der Klavierstimmerausbildung nach über hundertjähriger Tradition in Berlin, weil der Klavierstimmer-Meister in den Ruhestand geht und die Nachfrage stark nachlässt.
1999 Aufgabe des Schullandheimes "Oskar-Picht-Heim", weil dringend notwendige behindertengerechte Umbaumaßnahmen nicht mehr finanzierbar sind.
2000 Die Ausbildung in der Berufsfachschule Dr. Silex zum Steno- und Phonotypisten wird umstruktuiert in die zeitgemäße Ausbildung "Staatl. geprüfte Fachkraft für Büro und Telekommunikation". Anschaffung einer neuen Telekommunikationsanlage
2001 Kommissarischer Schulleiter Thomas Kohlstedt
2002 125-Jahr Feier wird mit einem großen Sommerfest auf dem Schulgelände begangen.
2002 Einrichtung eines neuen Berufsschulzweiges für "Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste" als Berufsschule im dualen System mit dem Deutschen Rundfunkarchiv (in Kooperation mit der "Stiftung Blindenanstalt")
2002 Anschaffung eines blinden- und rollstuhlgerechten Schulbusses über den neuen gemeinnützigen Schulverein
2003 Aufbau eines Medienzentrums
2003 Ansschaffung eines blinden- und sehbehindertengerechten PC-Schulnetzes für Grund-, Haupt- und Realschule und Berufsschule und Schule mit dem Förderschwerpunkt "Lernen"
2004 Erweiterung der Telekommunikationsanlage (Call-Center-Übungsfirma)
2004 Neueinbau von 10 behindertengerechten Lehrküchen für die Schule mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung"
2005 Schulleitung Thomas Kohlstedt
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